Und wieder musste einer dran glauben! Die Wirtschaftskrise greift um sich! Selbst renommierte Firmen wie der Bosch-Dienst in Bad Reichenhall können es sich nicht mehr leisten, ihre Kunden wie Kunden zu bedienen, nein, sie müssen sie auch noch abzocken. Wie das geht, erzählt diese Geschichte.

Nicht jeder kann sich wegen jedem Defekt gleich ein neues Auto kaufen. Wer würde das auch wegen einer defekten Verteilerkappe tun? Also ruft Jochen T. beim Bosch-Dienst an und lässt die Kappe austauschen. Dass die Kappe nach ein paar Monaten gleich wieder kaputt ist, da kann er als Laie nichts dafür. Also gleich wieder den Bosch-Dienst angerufen, den Fall geschildert, und die Zusage erhalten, dass die Verteilerkappe auf Garantie ausgetauscht wird. Da Jochen T. gerade knapp bei Kasse ist, bittet er darum, dass, falls etwas zusätzlich gemacht werden sollte, er vorher angerufen wird. Dies wird im versichert, und so bringt er sein Auto dorthin.

Das böse Erwachen kommt, als Jochen T. sein Auto wieder abholen will. Die Verteilerkappe ist neu, aber auf einmal wären 23,56 Euro zu zahlen, weil ja die Zylinderkopfdichtung kaputt ist. Auf den Hinweis, dass er ja vorher mit einem Mitarbeiter eine Vereinbarung hatte, bekommt er nur fadenscheinige Erklärungen. Da Jochen T. aber kein Geld dabei hat, will ihm der Bosch-Dienst den Schlüssel für sein Auto nicht geben. Vielmehr zwingt er seinen Kunden dazu, jemanden zu organisieren, der die offene Rechnung – der nicht einmal ein Auftrag vorausging – bezahlt. Und so ruft Jochen T. bei mir an, und schildert mir seine aktuelle Situation. Ich steige ins Auto und fahre dorthin. Leider bekomme ich aber dieselben Erklärungen zu hören, die sich Jochen T. schon anhören musste, und es scheint keine Möglichkeit zu geben, dem Abzocker vor Augen zu führen, was er da gerade macht. Wie heisst der Spruch? „Der gescheitere gibt nach, der Dumme fällt in den Bach?“ So bleibt nicht anderes übrig, als die Rechnung über die nicht geforderte Leistung vorerst zu begleichen und den Raum zu verlassen.

Was mich trotzdem wundert ist, wie eine Firma es sich leisten kann, seine Kunden so zu behandeln? Noch dazu mit Argumenten, die keine sind. WTF?? Was hat die Kopfdichtung mit der Verteilerkappe zu tun? Ein Festhalten ohne jeglichen Grund. Ist das nicht eigentlich strafbar?

Diese Geschichte lehrt mir wieder, dass man nicht einmal mehr renommierten Betrieben vertrauen kann, und jede Gelegenheit genutzt wird, den Kunden über den Tisch zu ziehen. Für mich war es bestimmt auch der letzte Besuch bei diesem Bosch-Dienst!